Die Farbratten            

 

(Rattus norwegicus domesticus).                                  

   
 

Die Farbratten kamen zu Beginn des 18. Jahrhundert über den Seeweg aus dem asiatischen Raum nach Europa und Nordamerika.

Die Vorfahren aller Ratten, die später als Heimtiere gezüchtet wurden, sind die Wanderratten (Rattus norvegicus). Weltweit gibt es wohl über 570 Rattenarten. Davon leben zwei bei uns, die zur Gattung der echten Mäuse (Murinae) gehören.

Der Rattenfloh, der sogenannten Haus- oder Dachratte (Rattus rattus), galt im Mittelalter als der Verantwortliche für die Übertragung der Beulenpest. Wobei eigentlich, wie man heute weiss, die damaligen schlechten hygienischen Zustände  für das Ausbrechen der Seuche verantwortlich waren.

Heute steht die Hausratte auf der Liste der gefährdeten Wildtiere in Mitteleuropa.

 
 

Seit dem letzten Jahrhundert  werden Ratten von Menschen gezüchtet und gehalten. Sie stammen von der Wanderratte ab. 1890 begann man bereits mit der Züchtung der weissen Laborratte (Albinoform). Daraus wurde im Laufe von Generationen durch Inzucht die Farbratte (Rattus norwegicus domesticus).

(entnommen dem Merkblatt „Die Haltung von Ratten“, Deutscher Tierschutzbund e.V.

Die Ratte mit ihrem ausgeprägten Sozialverhalten lebt in Gruppen und erkennt Mitglieder an ihrem Geruch. Alle fremden Artgenossen werden mit heftigen Kämpfen verjagt. Daher sollte man Ratten durchaus gemeinsam halten, sie aber möglichst jung zusammen bringen.

Es sind nachtaktive Tiere, die erst mit Beginn der Dämmerung munter werden, daher nicht das geeignete Haustier für Kinder, die sich tagsüber mit ihrem Tier beschäftigen wollen. Auch die kurze Lebenserwartung von 2 bis 3 Jahren kann für Kinder eine starke Belastung sein.

Eine im Käfig gehaltenes Tier lebt in reiner Abhängigkeit zum Menschen, benötigt Pflege und Zuwendung. Mangelnde Information vor der Anschaffung führt dann oft zum Weg ins Tierheim.

Möchten Sie sich aber gern einen rattigen Hausgenossen zulegen, bedenken Sie, dass Ratten auf gar keinen Fall einzeln gehalten werden dürfen. Sie brauchen die Gesellschaft mindestens eines gleichgeschlechtlichen Artgenossen. 

(Der Nachwuchs sollte bei den vielen Tieren, die in den Tierheimen und Pflegestellen auf ein Zuhause warten, nicht noch gefördert werden).

Über die Seite www.rattenforum.de finden Sie weitere wichtige Informationen rund um die Ratte und Kontakt zu Rattenfreunden in der Umgebung die für Notfalltiere ein Zuhause suchen

 

Aus zwei verschiedenen Wohnungsräumungen (insgesamt 200 Tiere) kamen 20 Farbratten ins Rotenburger Tierheim, die vorher bei ihren Besitzern nicht nach Geschlechtern getrennt waren. Das hat uns nun trotz Trennung der Geschlechter einen Rattenbestand von 200 Tieren beschert. Des weiteren wurden vor dem Tierheimtor in einer Plastikkiste 1 tragende Ratte und 2 Böckchen ausgesetzt.
 

 
Leider ist es bei der Anzahl nicht möglich, die Nasen handzahm zu vermitteln, wer sollte das leisten können, daher werden dringend Rattenfreunde gesucht, die bereit sind, den Tieren ein schönes Zuhause zu geben, bevor man sich an einen Vermehrer wendet, um sich ein Tier anzuschaffen.

 
 
Aus diesen beiden großen Notfällen warten nun noch 20 Nasen zwischen 1 Jahr und älter auf ein neues Zuhause.